Mai 2021 – zwei interessante Plätze in Wien – 1. die Gemeindebausiedlung Am Tivoli und 2. die Bauherren- und Wohnungsgeschichte der Bartensteingasse 9/5 mit Original Loos Einrichtungen

Der Spaziergang durch die Anlage Am Tivoli erfolgte auf Anregung des WienMuseums. Die Gemeinde“bauten“, eine grosse Varietät, aber zum Grossteil Vier-Familienhäuser, erfolgten in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der Rundgang beginnt bei der Kirche am Gatterhölzl. Vier-Familienhäuser im Grünen, mit der Auflage, keine Obstbäume zu pflanzen sondern sich mit der Gartengestaltung an den nahen Schlosspark von Schönbrunn zu halten. Es stehen daher überwiegend Nadelhölzer aller Art und ähnliches in den Gärten und vermitteln einen eher düstern Eindruck. Der Waschsalon und der Kindergarten sind noch in Betrieb. Die Gartengestaltung ist jetzt vielseitiger und individuell. Ein kleines Denkmal an die Belagerung durch die Osmanen im Jahre 1683 ist auch zu finden.

Kirche am Gatterhölzl
Auch ein Gemeindebau-Modell
Der Waschsalon
Das alles ist in keinem Gemeindebau gestattet…
Das Moldauer Kreuz und die Erinnerung an eine Rettungsaktion im Jahre 1683
Flieder und Goldregen machen auch die düstersten Tannenbäume heiter
Der Hausmeister oder Hauswart – eine Institution im Gemeindebau
Der Kindergarten der Anlage
Der sogenannte Dorfplatz, leider nicht sehr anziehend gestaltet
Idyllische Gasserln
Ein Sammler von Schildern aller Art oder nach Bedarf verwendbar
Gartengestaltung – so oder so
Die Lemniskatensonnenuhr… und wie sie abzulesen wäre

Die Wohnung Bartensteingasse 9/5, in der Nähe des Wiener Rathauses, wird auch als Musikaliensammlung der Wienbibliothek verwendet. Sie wurde von der Familie Boskovits 1927 aufwendig umgebaut, was sich durch die erhaltenen Handwerkerrechnungen minutiös belegen lässt. Die Familie Boskovits wohnte dort bis in die 1980er Jahre. Das Loos’sche Speisezimmer, die grünsamtenen Sitzmöbel, das grosse Buffet, Teile der Lambrien, der Stuckfries, der Kamin, der Luster, ja sogar die Teppichböden etc. wurden 1927 mitübersiedelt.

Das Eckhaus entstand 1883–1884 nach Plänen von Ludwig Tischler für Charles Jung. Im Eingangsbereich ist noch sein Monogramm zu sehen
Plan der Wohnung in der Beletage dieses Hauses
Auf Grund von Corona konnte der 150. Geburtstag von Adolf Loos im Jahr 2020 nicht gebührend begangen werden. Im Zusammenhang mit dem Speisezimmer ist daher auch ein Raum Aspekten seines Lebens gewidmet.
Korrespondenzen von Adolf Loos mit seinen Ehefrauen
Ecksalon und Detail des Plafonds
Detail des Plafonds im Herrenzimmer und Blick ins Speisezimmer mit dem Originalfries
Das Buffet im Speisezimmer